Keramikkünstler Gerd Knäpper verstorben

Gerd Knäpper Bild vergrößern (© Gerd Knäpper Gallery)

Am 2. November 2012 ist der Keramikkünstler Gerd Knäpper in seiner japanischen Wahlheimat verstorben. Er engagierte sich zeitlebens als Brückenbauer zwischen seinen beiden Ländern, Japan und Deutschland, und ihren jeweiligen Kulturen. Seine vielfältigen Werke waren inspiriert von diesen beiden Quellen und bildeten daraus eine Symbiose.

Gerd Knäpper wurde 1943 in Wuppertal geboren und ließ sich nach einigen Wanderjahren, unter anderem durch Europa und die USA, Ende der 60er Jahre in Japan nieder, das bis zu seinem Tod seine Heimat und Wirkungsstätte bleiben sollte.

Hier erlebte er auch schon früh seinen Durchbruch als Künstler - nach Lehrjahren bei verschiedenen japanischen Töpfermeistern konnte Knäpper bereits 1968 in Mashiko, dem Mekka der zeitgenössischen Keramik, seine eigene Werkstatt gründen. 1971 wurde ihm eine ganz besondere Ehre zuteil: Bei einem nationalen Wettbewerb traditioneller japanischer Keramik, bei dem die Arbeiten anonym eingereicht wurden, gewann Knäpper unter 500 eingereichten Werken den 1. Preis - eine bedeutende Würdigung für einen Europäer. Gerd Knäpper Bild vergrößern (© Gerd Knäpper Gallery)

Es folgten weitere Anerkennungen auf zahlreichen Ausstellungen sowie hochrangige Auszeichnungen, beispielsweise der Preis des japanischen Ministerpräsidenten 1986. Auch in Deutschland genoss Knäpper höchstes Ansehen für sein Werk und wurde 1991 für sein Engagement als Vermittler zwischen den Kulturen Japans und Deutschlands mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nachdem seine Kunst in zahlreichen Museen weltweit gezeigt wurde, konnte er mit der "Gerd Knäpper Tarosaka Gallery" in der Präfektur Ibaraki 2007 sein eigenes Museum eröffnen.

Dabei sah Knäpper sich selbst weder als ausschließlich japanischen noch als deutschen Künstler, sondern bemühte sich mit seinen Arbeiten in der Keramikkunst eine Brücke der Verständigung zwischen Osten und Westen zu schlagen. Die deutsche Botschaft war mit Gerd Knäpper seit Jahrzehnten persönlich und durch sein künstlerisches Schaffen verbunden und wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.